Mittwoch, 30. Oktober 2013

Hm.

Da will man nur mal einen Sekt trinken, weil morgen kommt die Freundin zum Kindertreff, die abnehmen will und deshalb keinen Sekt trinken (also, man muss sich das mal vor Augen halten: Seit die kleinen Blagen auf der Welt sind (2006) treffen wir uns im Prinzip jede Woche oder alle zwei Wochen, und alles, was uns (nichtstillende Mütter natürlich!!) am Leben erhielt, war die Aussicht auf ein Gläschen Sekt mit den Leidensgenossinnen, und dann will Madame keinen Sekt- hallo???)
Na gut, aus diversen Gründen fiel das in die Kategorie: völlig in Ordnung und unterstützenswert, also spruch ich zu meinem Göttergatten: gut, wenns morgen keinen Sekt beim Kindertreff gibt, dann will ich meinen Sekt halt heute abend schon trinken!
Hmpf.
Dann soll man nicht um zehn Uhr noch ans Telefon gehen, wenn der Sekt noch nicht alle ist.
Nee, keine gute Idee.
Seit fünfzehn Jahren bin ich mit im Vorstand unseres Vereins. Meine Fresse, was haben wir in der Zeit erlebt, gefeiert, Veränderungen auf den Weg gebracht und abgeschlossen und natürlich auch häufig Gegenwind in den Segeln gehabt. Wir waren uns meistens einig und hatten immer den möglichst guten Weiterbestand des Vereins im Blickfeld, auch gegen gelegentliche Quertreiber. Ein gutes Team.
Und dann stirbt mir heute abend einfach so unser Kassenwart weg.
Ohne Vorwarnung.
Mit 63.
Das letzte Glas Sekt (und einen Schnaps) erhob ich also auf meinen Freund und Vorstandskollegen, der es immer schaffte, die Bevölkerung halbe/halbe für und gegen sich zu halten.
Ja, er war kein einfacher Mensch.
Aber er hatte auch sein Päckchen zu tragen.
Und in allem, was er für den Verein anfing, war er immer äußerst korrekt.
Ich kann es nicht fassen.

Deine Mails an mich waren immer unterzeichnet mit "dein Ältester Freund" oder "alter Verwalter", einfach in Bezug auf den Altersunterschied zwischen uns beiden.
Über wen soll ich mich jetzt noch amüsieren??
Das kann nicht dein Ernst sein.

Kommentare:

  1. Mensch, schon die zweite Todesnachricht eines knapp über 60jährigen, die ich heute im blog lese. Also, schön Sektchen trinken, jetzt, und nicht erst, wenn die Kinder groß sind, die Arbeit getan, die Figur geformt und die Rente winkt.
    Ich stoß mit Dir an auf den ältesten Freund.
    Liebe Grüße, Petra

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  2. Ich drück dich!
    Ganz herzliche Grüße
    Martina

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  3. Liebe Doro,
    mein aufrichtiges Beileid
    so schnell kann alles vorbei sein.
    Du hast die ganze Geschichte, wie immer,
    sehr schön in Worte gefasst.
    Liebe Grüße
    naehoma

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  4. Den Kloß im Hals spül ich aus Ermangelung von Sekt dann mal mit einem Tässchen Kaffee runter. Fühl dich umarmt.
    Liebste Grüße,
    Bine

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  5. Oh, das tut mir so leid. Viel zu früh. :-( Ich wünsche euch und der Familie viel Kraft. Letzten Sommer ist der Vater meiner besten Freundin so gegangen. Das ist einfach nicht richtig ...

    Liebe Grüße
    Luci

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  6. Ich wünsche Dir viele schöne Erinnerungen und ein Lächeln im Gesicht, wenn du an ihn denkst.
    Liebste Grüsse

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  7. Hmmm, die Menschen hinterlassen Spuren in unserm Leben und das sollte es einfach nicht geben, dass so eine Spur mir nichts dir nichts nicht weitergeht! Und doch passiert das und man steht fassungslos daneben und kann es nicht begreifen! Ich drück dich!
    LG
    Julia

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  8. Das tut mir sehr leid, zu lesen. Und ist wieder eine Mahnung, dass das Leben genau und nur jetzt ist.

    Ich drück dich mal.

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Senf dazu? Aber gerne.