Montag, 26. August 2013

Da sind sie:

Die ersten Hausaufgaben!! *kreisch*


Nach dem dritten Tag Schule war es bereits nötig, eine Vermißtenliste anzulegen.
Erstes Opfer: die Sporthose. Ein sofortiger Anruf in der Schule bleibt ergebnislos, weil: geht keiner ran.
Heute dann der folgende Dialog:
Kind: Mama, und heute haben wir Sachen in so ein Tagebuch geklebt *stutzt* UND (in vorwurfsvoll-empörtem Tonfall) DUU hattest mir gar keinen KLE-BE-STIFT mitgegeben, ich war der einzige mit ohne Kleber!!! (Funkelt Mutter vorwurfsvoll an)
Mama: Äh- wie? Am Mittwoch hast du doch deine Kunstsachen mit in die Schule genommen, und in dem kleinen Mäppchen waren Pinsel, Schere UND Kleber drin.
Kind (glasig guckend): Was für ein Mäppchen?
Mama (ganz langsam und semigeduldig): Schatz, am Mittwochmorgen hast du deine Sammelmappe unterm Arm mitgenommen und das Mäppchen mit den restlichen Sachen hatten wir in den Schulranzen geräumt. Beide Sachen hast du mittags nicht mehr dabeigehabt, also sind sie wohl in der Schule. Wo hast du sie denn hingelegt?
Kind (glasig guckend): Was ist eine Sammelmappe?

Mama: (wird bei dem Gedanken an vier weitere Jahre Grundschule seeeeehr müde und sucht nach der Vermißtenliste)...
Anruf in der Grundschule bleibt ergebnislos, weil: geht keiner ran.
Oh, Herr, schenk mir einen Elternabend, aber flott.



Feriennachlese 1


Bei den Temperaturen war es eine ziemlich gute Idee, mal unter der Erde zu verschwinden. (Allerdings war es wirklich ein seltsames Gefühl, bei 33 Grad mit der Fleecejacke überm Arm durch die Wiesen bis zur Höhle zu spazieren.)
Da ich mich ja in der Schule zu blöd angestellt habe, hat es nicht für ein Geologiestudium gereicht, infolgedessen sind mir die Abfolgen der verschiedenen Erdzeitalter und ihre Auswirkungen auf die erdaltertümlichen Berge und Meere unserer Heimat nicht so ad hoc vollkommen präsent (kam Trias vor Perm und ist Kambrium eine Käsesorte?), aber, hey, was solls?
Wenn ich so was wissen will, kauf ich mir für 9 Euro einen freundlichen und kompetenten Höhlenführer, steige mit ihm hinab ins Herbstlabyrinth  und laß mir das ganze Zeugs fröhlich und gut gelaunt erklären.
Na gut, die Familie nehme ich auch noch mit und mache einen Samstagsausflug draus. Der Kartenerwerb gestaltete sich zwar etwas umständlich und mußte frühzeitig geplant werden, aber das hat sich wirklich gelohnt.

Danach haben wir das schönste Kinderklo Hessens besichtigt:
Zu putzig!!!
Essen konnte man dort auch noch sehr lecker, natürlich nicht auf dem Klo, sondern im Restaurant "Fuchskaute" auf der Fuchskaute, dem höchsten Berg des Westerwald, das zu dem lustigen kleinen Klo gehört. (Die Klos für die Erwachsenen sind übrigens auch sehr individuell gestaltet, man muss sich nicht auf das kleine Klo quetschen und den armen Kleinen den Platz wegnehmen.)
Und nicht das hier mal keiner denkt, ich würde nie nichts werkeln. So ein bißchen Stau hat ja immer auch seine Vorteile, kann man prima im Auto häkeln.
(Ich fand das übrigens ganz okay so mit dem Wetter. Aber irgendein Spielverderber hat wohl genügend gemeckert und jetzt zeigt der Wetterfrosch wieder zwanzig Grad weniger an, verflucht.
Lange Ärmel und Jacke, und dabei ist immer noch August, menno!!!!)

Donnerstag, 22. August 2013

Mr Fuchs, der Erstklässler

tummelte sich natürlich nicht nur auf der Schultüte, sondern auch auf dem Einschulungsshirt- hatte ich schon erwähnt, dass ich die Stickdatei von Bianca Farbenfroh wirklich sehr gelungen fand?
Na gut, vorm Anziehen hab ichs noch gebügelt. In echt.
Zum Geburtstag gabs noch das Hai-Shirt aus dem wunderschönen Catch a wave-Stoff von Susanne. Das hätte mich mal wieder fast den letzten Nerv (und die Nähmaschine das Leben) gekostet. Das kommt davon, wenn man meint, man könnte was. Dann pass ich nicht mehr richtig auf und zack- ist der Nahttrenner mal wieder der wichtigste Mann im Haus. Und nachdem ich alles HOCH-KON-ZEN-TRIERT auf die Reihe gekriegt hatte, nähe ich in meiner Erleichterung die Ärmel mit links nach außen an. Das war der Punkt, an dem ich.. ihr wißt schon. Gut, dass es in unserem pazifistischen Haushalt keine Waffen gibt. Ich schwöre, Chuck Norris wäre ein Scheißdreck dagegen gewesen.

Die ganze Schulanfangsdeko die ich mir so gedacht hatte, war leider entweder megahäßlich oder gar nicht vorhanden. Aus purer Faulheit hatte ich mir fertige Schultütchen bestellt, menno, waren die mickrig (aber mit Goldrand!). Egal, Sohn hat sie für gut befunden, also kamen sie auch auf den Tisch. Um mich mal reinzufühlen, was der Nachwuchs demnächst durchmachen muss, habe ich ein paar Schreibübungen gemacht. Ist garnicht so einfach. Ich denke, der Muskelkater in den Fingern wird spätestens übermorgen weg sein *hmpf*. 
 So sah das dann zusammen aus:
Ich habe ernsthaft überlegt, ob ich bei Krima&Isa mal nachfrage ob der Schreibfehler auf den Servietten ein Witz sein soll. Ich meine, Großschreibung nach einem Trennstrich- das MUSS doch jemandem auffallen?
Stellt euch meine Patentante vor- die ist ungefähr 40 Jahre lang Grundschullehrerin gewesen. Jedesmal beim Blick auf den Tisch hat sie schmerzerfüllt das Gesicht verzogen. Ich bin echt froh, dass sie nicht jede Serviette mit Rotstift korrigiert hat....
(Wieso hab ich eigentlich bei Krima&Isa nicht diese tollen Mini-Schultütchen als Deko gekauft, ich Kamel? Ach so, jetzt fällts mir wieder ein *HandvordieStirnklatsch*: weil ich nicht wegen der Einschulung in den Schuldenturm wandern wollte.)
Bei MEINER Einschulung hat sich keiner Gedanken über die Tischdeko gemacht *hahaha*
Ich bin ja froh, dass ich wenigstens eine Schultüte hatte (und ein schickes Kleidchen- von irgendjemandem selbstgenäht, vermute ich.) Ja, DAMALS. Da hatten wir ja so gut wie nix. :-)

Und weil ich das ganze für den "Boy" im Haus gemacht habe, wandert es rüber zu Made4Boys.

Mittwoch, 21. August 2013

Offizielles Clownschuleneinschulungsfoto.

Nicht, dass auch nur ein EINZIGES Bild von der Einschulung ein ordentlich spießiges rahmentaugliches Ommakommodenkompatibles Exemplar ergeben hätte, neinneinnein.
Aber das sind wir ja gewohnt. Von uns gibt es ja noch nicht mal ein gescheites Hochzeitsfoto. Egal ob zwei oder 32 Personen dieser Familie auf dem Bild sind; es gucken definitiv IMMER alle in verschiedene Richtungen. Fröhlich, ja. Freundlich, auch. Nur NIE in dieselbe Kamera.
Ich schätze, ich werde mir eins hiervon ins Wohnzimmer hängen:

Oder das:


Nü, wurscht.
Das Kind ist heute morgen mit seinem Cousin fröhlich zum Bus losgelaufen und hat mich auf halbem Weg zur Bushaltestelle SEHR energisch in die andere Richtung geschubst nach Hause geschickt. Ich war die einzige Erstklässler-Mutter, die NICHT am Bus stand! (Wahrscheinlich denken jetzt alle andern, die Rabenmutter liegt noch in der Kiste und schickt das arme Kind allein zum Bus. Faules Aas!)
Entsprechend dankbar war ich dafür, dass ich ihn dann wenigstens mittags von der Bushaltestelle abholen durfte. Allerdings kamen mir die blauen Kulleraugen dann heute abend SEHR nahe, als er mir einschärfte, ihn das nächste Mal auf GAR KEINEN FALL noch mal vom Bus abzuholen.
(Immer wenn er mir etwas sehr nachdrücklich mitteilen will, kommt er mit seinen Augen auf ungefähr fünf Zentimeter an meine heran. Ich bin dann so damit beschäftigt, nicht zu schielen, dass ich meistens sofort in alles einwillige. Das scheint mir eine raffinierte Verhörmethode zu sein. Wahrscheinlich war er in einem früheren Leben beim Geheimdienst.)
Nicht mehr abholen also. *schnief*
Da können wir ja dankbar sein, das wir gestern mit zur Einschulungsfeier durften.

Donnerstag, 15. August 2013

Blubb. Blubb.

 Wie ich einmal den Unterwassergeburtstag mit elf, nein, zehn, nein, acht Kindern überlebte.

Trick Nr 1: Kindergeburtstag UNBEDINGT in der Ferienzeit feiern. So minimiert sich die Anzahl der eingeladenen Kinder, die auch tatsächlich kommen können, ruckzuck und man kann ganz generös alle gewünschten Gäste einladen lassen, weil: kommt eh nur die Hälfte, sind schon genug! *Hähä*

Trick Nr 2: Immer schön locker bleiben. Denken, man hat genug Spiele vorbereitet, feststellen, Pustekuchen, des langt nie und immer, egal, die Kids spielen, erstmal ein Gläsken Sekt trinken. Schliesslich muss man sich auch ein bißchen selbst feiern, das man den Kaiserschnitt damals überhaupt überstanden hat und die sieben Jahre dazwischen und so. Eben!

Trick Nr 3: Auf die Fantasie der Kinder setzen (dabei bitte immer aufpassen, dass die extrem altklugen Gören auch wirklich mit ihren Eltern in Urlaub gefahren sind!), dann wird aus dem angrenzenden Wald ruckzuck ein Unterwasserkorallendschungel (die "dasisaberkeinUnterwasserdschungeldasisblöderWald!"-Schlauköpfe sind ja nicht dabei *händereib*).


Nach der Raubtierfütterung mit Brownies, Fischlis, Windbeutelchen, Melone, Trauben und, öhm, M&Ms dann auf zur Volksbelustigung: Einen Wasserbehälter (Eimer, Planschbecken, Swimmingpool- ich habe mich für die Variante "Eimer" entschieden, damit das Spiel vor dem nächsten Sonnenaufgang fertig war) im Schneckentempo leerschöpfen lassen (ein Pappbecherchen füllen, ums Trampolin rum, über die Rutsche und dann Blumen giessen) und auf dem Boden den ersten Hinweis verstecken:
Alles aus dem Weg räumen, wenn die Horde das Suchen anfängt:
Die gefundenen Rätsel aus der Unterwasserwelt (jetzt wissen alle, dass Seepferdchen Hippocampusse heissen und Fische Schuppen für ihre Fahrräder brauchen *muhahaha!*) ergeben den mysteriösen Lösungssatz: FOLGT DEN FISCHEN
in den tiefen Korallenwald, wo die bösen Haie das Riff bedrohen! Die Haie müssen vertrieben werden, aber Achtung! Nicht anfassen, sonst fehlt ein Finger. Wozu doch so ein verlängerter Arm aus dem Santätshaus alles gut sein kann. Klippklapp.
Die Beute aus dem Riff gefischt und verteilt und ab zum Basteln, Malen oder Spielen.
Oder faul um den Stockbrotgrill rumsitzen:

Wie schön entspannt doch so ein Kindergeburtstag sein kann.
Mal sehen, ob die Einschulung auch so locker wird. Danach bin ich urlaubsreif.
Burnout wegen zu vieler Feiern. Auweia- das glaubt einem kein Mensch.

Donnerstag, 8. August 2013

Was übrigblieb.




Ein Jahr später.
Es hat sich nicht viel verändert im letzten Jahr- deine Kleider sind ausgeräumt, aber dein Schlafzimmer sieht eigentlich aus wie immer- als kämst du gleich um die Eck.
Jeder konnte sich irgendetwas als Erinnerung an dich aussuchen. Bei der Suche nach einem Gegenstand, der dir so viel wie mir bedeutet haben könnte, ist mir klar geworden, dass du nie wirklich Wert auf Gegenstände gelegt hast. Deshalb hat sich auch so viel angesammelt- Mitbringsel von Reisen, Geschenke, Gebasteltes, Bücher. Kisten und Kartons mit Glückwunschkarten, Traueranzeigen, Bildern von längst vergessenen Personen. Du hast nie was weggeworfen, was dir geschenkt wurde. Alles angesammelt in einem Raum, der für dich eigentlich nur das Bügelzimmer war. Zusammen mit all den alten Akten, Büchern und Papieren vom Bappe. Zwei ganze Leben verstecken sich in diesem einem Raum, aber ob man sie je ganz entdecken wird?
Im Flur offensichtlich die wichtigeren Dinge: Bilder von der Familie und verstorbenen Angehörigen, Bilder vom alten Haus. Die Reisetagebücher, die du bei jeder deiner Reisen geführt hast, neben den Kisten mit Bildern aus allen Phasen deines Lebens. Gesangbücher.
Und ganz nah bei dir, in der Küche, wo du dich die meiste Zeit aufgehalten hast: Straßenatlas, Landkarten, Globus. Alles was nötig ist, um die Lebens- und Urlaubswege auch der entferntesten Verwandten oder Bekannten mit dem Finger auf der Landkarte verfolgen zu können.
Du hast immer jede Reise von der du hörtest, interessiert verfolgt, und selber oft genug erlebnisreiche Reisen unternommen. Und du wußtest immer, wo der Cousin der Schulfreundin hin verheiratet war. Oder der Sohn der Bäckerin die Lehre machte. Oder die Eltern der Schulfreundin der Enkelin hin verzogen waren. Oder welchen Lebensweg die Kinder der Gastgeber aus der Dorfpartnerschaft nahmen.
Der Familiengag: Wenn irgendwo zwei Baste aufeinandertreffen, liegt IMMER auch eine Karte auf dem Tisch. Das haben wir natürlich von dir.
Wer weiß, wenn du nicht so neugierig auf die Welt und interessiert an deinen Mitmenschen gewesen wärst, hätten wir dich vielleicht schon früher verloren.
Kend, komm, wann fohre mir dann nochemol en de Norde? Sagtest du nach der Rückkehr aus dem Norden. Zum Schluß wirktest du fast ruhelos.
Jetzt bist du am Ziel deiner Reisen angekommen- wo immer das sein mag.
Ein großes Ziel hast du schon zu Lebzeiten erreicht: die große Familie, die immer wieder zusammenkommt und Kontakt hält. Dein neuntes Urenkelchen hat dich nicht mehr kennenlernen dürfen, aber ich bin sicher, der kleine Tom wird viel Gutes von dir erfahren.

Wir treffen uns nicht an deinem Todestag. Jeder ist da, wo er gerade lebt, denkt an dich und ehrt dich auf seine Weise.
In einer Woche feiern wir schon wieder gemeinsam einen runden Geburtstag und es wird sein, als wärst du dabei. 
Und du wirst uns fehlen.

(Ach ja- ein einohriger Blauzeugkrug aus deiner Sammlung beherbergt jetzt meine Kochlöffel. Und deine alte Pfaff-Nähmaschine wird hier einziehen. Ich habe früher oft unter ihr gesessen und den Antrieb wie wild getreten, das die Nadel nur so sauste, bis du mit mir geschannt hos.)

Schloof, Mamme, ruh in Frieden. Alles ess gut, alle Orwet ess gedohn.

Mittwoch, 7. August 2013

Rums 32

Sach ma- kann das sein, dass es schon einunddreissig mal gerumst hat? *Unbelievable*
Und ich war gar nicht oft mit dabei- aber heute dafür wieder!
Im Urlaub hatte ich mir bei der Glücksmarie ja diesen wunderbaren Streifenstoff gekauft- böse Zungen würden möglicherweise behaupten, dass das gelbe Neonstreifen sind, aber da ich ja niemals nicht irgendwelchen Moden hinterherlaufen würde (hahaaa- ICH doch nicht!), kann ich im Vertrauen weitergeben, dass es sich hierbei lediglich um ein sehr leuchtendes Gelb handelt.
Mein Mann fragte im Ernst, warum ich in die Shirts Taschen einnähe.
Hallo?
Ja, wie zum Teufel, sollen denn sonst die ganzen Taschentücherfussel in die Waschmaschine kommen??? *kopfschüttel*
Heute werd ich hoffentlich wohl mal wieder Zeit haben, nachzugucken was die anderen Mädels so rumsen.